Zuverlässige Daten zu Windgeschwindigkeit und Windrichtung sind entscheidend, um Fassaden, Außenjalousien, Markisen und Dächer zu schützen und um Strategien der Gebäudeautomation bei allen Witterungsbedingungen zu optimieren. Präzise lokale Messwerte helfen, Sturmschäden zu vermeiden, Stillstandszeiten zu reduzieren und die Lebensdauer von Beschattungs‑ und Fassadenelementen zu verlängern.
Windsensor ANDWM1 – Windgeschwindigkeit
Der Windgeschwindigkeitssensor ANDWM1 ist ein Schalenanemometer, das für die Messung der Windgeschwindigkeit im Bereich von 0 bis 35 m/s ausgelegt ist, wobei die Auswerteelektronik direkt im Gehäuse integriert ist. Er bietet standardisierte Ausgangssignale von 0–10 V oder 4–20 mA und ist mit einer Versorgung von 24 V AC/DC oder 230 V AC erhältlich, was die Einbindung in die meisten BMS‑ oder PLC‑Systeme sehr einfach macht.
Der Sensor beginnt ab einer Windgeschwindigkeit von etwa 1 m/s zu messen, widersteht Windlasten bis 50 m/s und ist in der Schutzart IP65 ausgeführt, wodurch er sich für anspruchsvolle Außenanwendungen eignet. Er kann auf Masten mit einem Durchmesser von bis zu etwa 50 mm montiert werden und wird häufig zur Ansteuerung windabhängiger Aktoren wie Jalousien, Rollläden oder Dachfenstern eingesetzt.
Der Standard‑Windgeschwindigkeitssensor ANDWM1 misst kontinuierlich die aktuelle Windgeschwindigkeit und sendet diesen Wert als Analogsignal (0–10 V oder 4–20 mA) an das Gebäudeautomationssystem, in dem die Regellogik im Controller definiert ist.
Zusätzlich zum Standard‑Windgeschwindigkeitssensor ANDWM1 gibt es die Schaltversionen ANDWM1‑P, bei denen direkt am Gerät ein Schaltpunkt eingestellt werden kann: Sobald die Windgeschwindigkeit den eingestellten Wert überschreitet, schaltet das interne Relais und stellt ein einfaches Ein/Aus‑Signal für Windalarme und automatische Schutzfunktionen zur Verfügung.
| Typ | Schaltleistung | Versorgung |
|---|---|---|
| ANDWM1-P-N | 24 V AC | 24 V |
| ANDWM1-P-Z24 | 230 V AC, 3 A | 24 V |
| ANDWM1-P-Z230 | 230 V AC, 3 A | 230 V |
ANDWM1-P-N – interne Schaltversion (24 V AC/DC)
Der ANDWM1-P-N ist ein schaltender Windsensor mit integriertem Relais im Anemometergehäuse. Er überwacht kontinuierlich die Windgeschwindigkeit im Bereich 0–35 m/s und schaltet, sobald der einstellbare Schaltschwellwert erreicht ist. Das eingebaute Relais ändert seinen Kontaktzustand, wenn der eingestellte Wert überschritten wird, wodurch diese Ausführung eine sehr einfache und kompakte Lösung überall dort darstellt, wo ein direkter Schaltkontakt ohne separate Steuereinheit benötigt wird.
ANDWM1-P-Z-24 – externe Schalteinheit (24 V, 230 V / 3 A Schaltleistung)
Der ANDWM1-P-Z-24 ist als weiterentwickeltes Windüberwachungs‑ und Warnsystem mit getrennter Steuereinheit konzipiert. Das Anemometer ist mit einem externen Elektronikmodul verbunden. Diese Einheit fungiert nicht nur als Windgeschwindigkeitsschalter, sondern kann auch als Teil eines umfassenden Signal‑ und Sicherheitssystems in Industrie‑ und Gebäudeautomationsanwendungen integriert werden. Sie ist die richtige Wahl, wenn mehr Flexibilität bei der Montage und bei der Einbindung in andere Systeme erforderlich ist.
Es gibt außerdem eine Version für die 230‑V‑Versorgung, ANDWM1-P-Z-230, die überall dort geeignet ist, wo vor Ort nur ein 230‑V‑Netz zur Verfügung steht. Beide externen Schaltversionen werden mit 24 V oder 230 V betrieben, aber der Sensorausgang und das Relais sind stets so ausgelegt, dass sie einen sicheren und zuverlässigen Schaltkontakt für Windalarme bereitstellen. Wenn das lokale Stromnetz keine 24 V AC/DC zur Verfügung stellt, ist ein geeigneter Netzteil erforderlich, der 230 V auf 24 V AC/DC für den Sensor und die Steuerelektronik umsetzt.
Bei allen Schaltversionen ist die Einschaltverzögerung typischerweise auf etwa 8 Sekunden eingestellt, während die Ausschaltverzögerung bei rund 6 Minuten liegt. Diese Hysterese stellt sicher, dass kurze Windböen nicht zu unnötigen Schaltvorgängen führen und dass Beschattungs‑ oder Fassadenelemente so lange sicher eingefahren bleiben, bis sich der Wind über einen ausreichend langen Zeitraum beruhigt hat.

Externer Schalter – separates Gehäuse vom Anemometer
Windsensor ANDWM2 – Windrichtung
Der Windrichtungssensor ANDWM2 ist ein Windfahnen‑Sensor zur Erfassung der horizontalen Windrichtung mit integrierter Signalverarbeitungselektronik. Wie der Geschwindigkeits‑Sensor stellt er Ausgangssignale von 0–10 V oder 4–20 mA zur Verfügung und kann mit 24 V AC/DC oder 230 V AC betrieben werden, was eine einfache Anbindung an gängige Steuer‑ und Anzeigeeinheiten ermöglicht.
Das robuste Design mit Schutzart IP65, einer Windfahnen‑Länge von etwa 350 mm und einer maximalen Windlast von 50 m/s gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb auch unter rauen Außenbedingungen. Der Sensor wird typischerweise für richtungsabhängige Steuerungen eingesetzt, zum Beispiel um Markisen nur dann einzufahren, wenn starker Wind aus exponierten Richtungen kommt, oder um die Ausrichtung von Lamellen (Louvre‑Orientation) zu optimieren.
Kombinierter Windgeschwindigkeits‑ und Windrichtungssensor ANDWM3
Der kombinierte Windgeschwindigkeits‑ und Windrichtungssensor ANDWM3 vereint ein Schalenanemometer und eine Windfahne in einem Gehäuse und misst sowohl die Windgeschwindigkeit (0–35 m/s) als auch die vollständige 0–360°‑Windrichtung. Die Auswerteelektronik ist integriert, und die Ausgänge stehen wiederum als 0–10 V oder 4–20 mA mit 24 V AC/DC oder 230 V AC Versorgung zur Verfügung.
Mit Schutzart IP65, einer Anlaufgeschwindigkeit von etwa 1 m/s und einer maximalen Windlast von 50 m/s ist ANDWM3 sowohl für die professionelle Gebäudeautomation als auch für kompakte Wetterstationen geeignet. Durch die Kombination beider Messgrößen in einem Gerät werden Installation und Verdrahtung vereinfacht, die Anzahl der Montagepunkte reduziert und Platz auf Dächern und Masten gespart.
Typische Anwendungen in der Gebäudeautomatio
Windsensoren kommen überall dort zum Einsatz, wo Wind Menschen, Ausrüstung oder Bauteile gefährden kann oder wo Prozesse windabhängig sind. Typische Anwendungen sind:
Automatisches Einfahren von Außenjalousien, Markisen und Rollläden bei hohen Windgeschwindigkeiten, um mechanische Schäden zu vermeiden.
Steuerung von Oberlichtern, Dachfenstern und Lüftungsklappen, um das Eindringen von Wasser und eine Überlüftung bei starkem Wind zu verhindern.
Integration in Wetterstationen zusammen mit Regensensoren und Globalstrahlungssensoren für einen umfassenden Fassaden‑ und HVAC‑Regelkreis.
Überwachung exponierter Strukturen wie Antennenmasten, PV‑Installationen oder anderer Dachaufbauten.
Die lokale Windmessung direkt am Gebäude ist für die Regelung zuverlässiger als die Nutzung entfernter Wettervorhersagedaten, da sie die tatsächlichen Bedingungen an Fassade oder Dach widerspiegelt. Neben typischen Projekten der Gebäudeautomation werden Sensoren für Windgeschwindigkeit und Windrichtung auch häufig in Industrieanwendungen eingesetzt, zum Beispiel für die Sicherheit von Krananlagen, große Dachkonstruktionen, Logistikterminals und andere exponierte Industrieanlagen, bei denen eine zuverlässige Windüberwachung für einen sicheren und effizienten Betrieb unerlässlich ist.
Brauchen Sie Hilfe bei der Auswahl des richtigen Windsensors?
Wenn Sie ein neues Projekt planen oder ein bestehendes Building Automation System modernisieren und nicht sicher sind, welcher Windgeschwindigkeitssensor und welcher Windrichtungssensor für Ihre Anwendung am besten geeignet ist, ist es am sichersten, fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen. Nehmen Sie Kontakt mit dem Andivi‑Team auf, um die passende professionelle Windsensor‑Lösung für Ihre Fassade, Beschattung oder Wetterstation auszuwählen und eine umfassende Unterstützung bei der Integration in Ihr Gebäudeautomationssystem zu erhalten. Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, lesen Sie außerdem unseren Artikel Andivi Anemometer zur Messung der Windgeschwindigkeit und Windrichtung, in dem praktische Anwendungsfälle und technische Details der Windmessung ausführlicher erläutert werden.





