Der Andivi Außentemperatursensor mit Sonnenschutz PT100 / PT1000 greift ein bekanntes technisches Problem auf – den Einfluss der Strahlungswärme auf die Messgenauigkeit – und löst es mit eleganter Schlichtheit. Unser Sensor, der Strahlungswärme gezielt ableitet, erfüllt ein einfaches Versprechen: präzise Außentemperaturmessung ohne Verzerrungen durch Sonnenlicht.
Strahlungswärme: Der verborgene Feind der Messgenauigkeit im Freien
Strahlungswärme, die Energie, welche die Sonne in Form von Infrarotstrahlung abgibt, kann Messwerte erheblich verfälschen. Wenn Sonnenlicht direkt auf einen Temperatursensor trifft, wird ein Teil dieser Energie auf das Sensorgehäuse übertragen und erhöht dessen interne Temperatur. Das Ergebnis? Eine Messung, die die Sonneneinstrahlung anzeigt – nicht die tatsächliche Lufttemperatur.
Schon eine Abweichung um wenige Grad kann die Wetterkompensation von HLK-Systemen stören, Energieverbrauchsanalysen verfälschen oder Regelprozesse ineffizient machen. Das ist, als würde man die Wärme eines Lagerfeuers anhand des Glühens auf der Haut beurteilen – im Moment richtig, im Gesamtbild jedoch irreführend.
Deshalb ist die Ableitung von Strahlungswärme entscheidend. Durch die Abschirmung des Messelements wird sichergestellt, dass ausschließlich die konvektive Lufttemperatur (also die reale Umgebungstemperatur) die Messung beeinflusst, nicht die direkte Sonneneinstrahlung.
Das integrierte Fühlrohr: Wenn Einfachheit auf Wissenschaft trifft
Das entscheidende Merkmal der Andivi-Außentemperatursensoren ist das integrierte Fühlrohr – eine präzise konstruierte Schutzhülse, die verhindert, dass Sonnenlicht den Sensor direkt erwärmt. Dieses Design leitet Strahlungsenergie ab und wirkt wie ein schützendes Dach für das Messelement.
Aus physikalischer Sicht reduziert die Schutzröhre den Strahlungsfluss auf die Messfläche. Da der Sensor hauptsächlich der vorbeiströmenden Luft ausgesetzt ist, erreicht er schneller und zuverlässiger das thermische Gleichgewicht mit der Umgebung. Das Ergebnis ist eine deutlich geringere Messabweichung, insbesondere bei wechselnden Wetterbedingungen.
Die Verbesserung mag unauffällig erscheinen, doch die Wirkung ist bemerkenswert: Die Messwerte bleiben stabil und zuverlässig, ohne die täglichen Temperaturspitzen, die sonst durch solare Einstrahlung entstehen.

Warum die Sonnenschutzhülse jeden Cent wert ist
Die Sonnenschutzhülse erhöht die Gesamtkosten des Sensors nur geringfügig, bringt jedoch enorme Vorteile bei der Messpräzision. Besonders bei Außeninstallationen – beispielsweise auf Dächern, an südlichen Fassaden oder an Wettermasten – kann direkte Sonneneinstrahlung ohne Schutz leicht mehrere Grad Abweichung verursachen.
Aus ingenieurwissenschaftlicher Sicht ist das eine kleine Investition, die teure Fehler vermeidet. Denn falsche Temperaturmessungen führen zu ineffizientem Systembetrieb. In größeren HLK-Zonen oder Gebäudeautomationssystemen (BMS) amortisiert sich die Schutzvorrichtung durch stabile, verlässliche Daten schnell mehrfach.
3- und 4-Leiter-Konfigurationen: Präzision durch Design
Die 3-Leiter-Konfiguration
In einer 3-Leiter-RTD-Konfiguration wird eine zusätzliche Leitung verwendet, um den Widerstand der Anschlussleitungen zu kompensieren und so den durch lange Kabellängen verursachten Messfehler zu verringern. Es handelt sich um einen klugen Kompromiss zwischen Einfachheit und Präzision, der in Gebäudeautomation, Industrieanlagen und Energieprojekten häufig eingesetzt wird, wenn Kabellängen variieren, aber höchste Genauigkeit nicht zwingend erforderlich ist.
Beispiele aus der Praxis:
Büro- und Gewerbegebäude, in denen Sensoren mit nahegelegenen HLK-Reglern verbunden sind.
Öffentliche Infrastrukturen (U-Bahn-Stationen, Tunnel, Logistikzentren) mit mittleren Kabellängen.
Anlagen für erneuerbare Energien, bei denen mehrere Sensoren in ein zentrales Energiemonitoring eingebunden sind.
Die 4-Leiter-Konfiguration
Die 4-Leiter-Konfiguration steht für maximale Messgenauigkeit. Zwei Leitungen dienen der Stromzufuhr und zwei dem Spannungssignal, wodurch Leitungswiderstände nahezu vollständig eliminiert werden – selbst über lange Distanzen. Diese Ausführung ist ideal für Anwendungen, die eine kompromisslose Genauigkeit erfordern: Forschungslabors, Fernwärmenetze oder Rechenzentren.
Beispiele aus der Praxis:
Hochpräzise HLK- und Kühlsysteme, die exakte Wetterkompensation verlangen.
Industrielle Prozesslinien, bei denen zuverlässige Kalibrierung unabdingbar ist.
Große Smart-Building-Netzwerke, in denen analoge Sensoren in digitale BMS-Architekturen integriert werden.
Unabhängig von der Leiterausführung bietet Andivi bei seinen Außensensoren maßgeschneiderte Verkabelungen und Steckerstandards auf Anfrage.
Anpassung von Sensoren für jede Anwendung

Die Stärke von Andivi liegt nicht nur in der Fertigung, sondern in der kundenspezifischen Anpassung. Wir konstruieren auf Wunsch passive, aktive oder Modbus-Versionen unserer Sensoren – angepasst an die jeweiligen Anforderungen hinsichtlich Sensortyps (PT100, PT1000, Ni1000, NTC), Kabellänge, Montageart oder Ausgangssignal.
Ein kürzeres Fühlrohr? Eine Sonderfarbe? Ein Gehäuse, das aggressiven städtischen Bedingungen standhält? – Alles ist möglich.
Das OEM-Programm von Andivi unterstützt zudem Markenhersteller und Branchenpartner bei der individuellen Gestaltung und Integration der Sensoren in ihre eigenen Systeme.
Ob bei Modbus RTU-Integration, der Kalibrierung von Temperaturwerten in Industrieanlagen oder bei der Zuverlässigkeit entlegener Wetterstationen – unsere Anpassungsoptionen ermöglichen, dass Präzision perfekt zu Ihrer Anwendung passt.
Varianten
Der Sensor ist in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich:
Alle drei Varianten beruhen auf demselben Konstruktionsprinzip: einem robusten Außengehäuse in Kombination mit einem integrierten Fühlrohr, das das Sensorelement vor direkter Sonneneinstrahlung schützt.
Die passive Variante, Thema dieses Artikels, arbeitet als klassischer Widerstandstemperatursensor (RTD) – ideal für analoge Regelkreise und Anwendungen, bei denen Langzeitstabilität entscheidend ist.
Die aktive Variante liefert ein standardisiertes Ausgangssignal von 0–10 V oder 4–20 mA und lässt sich direkt in DDC- oder SPS-Steuerungen integrieren.
Die Modbus-Variante sendet digitale Daten über RS485 und eignet sich hervorragend für moderne Gebäudeleitsysteme (BMS) und IoT-Infrastrukturen.
Eine professionelle Einladung
Wenn Ihr nächstes Projekt PT100– oder PT1000-Sensoren benötigt, die Außentemperaturen zuverlässig und unabhängig von Sonneneinstrahlung messen, sind die Andivi-Temperatursensoren die perfekte Lösung. Erhältlich als passive, aktive oder Modbus-Ausführungen sowie in 2-, 3- oder 4-Leiter-Versionen, verbinden sie Physik, Präzision und praxisorientiertes Engineering zu einer stimmigen Einheit.
Andivi lädt Sie herzlich ein, Ihre Anforderungen mit uns zu besprechen – von der individuellen Entwicklung bis zur groß angelegten OEM-Kooperation. Denn in der Welt der Außenmessung gilt: Präzision wird nicht nur gefertigt – sie wird geschützt.





