In vielen Gebäuden werden Stellantriebe noch immer wie gehorsame, aber etwas unterforderte Arbeiter behandelt: „Hier ist ein 0–10‑V‑Signal, stell keine Fragen.“ Ein Raumregler für Stellantriebe ändert diese Sichtweise grundlegend. Anstatt blind Befehle zu senden, fungiert er als lokales Paket aus „Gehirn und Sensorik“, das versteht, warum ein Ventil, eine Klappe oder ein Antrieb fahren soll – und wie sich diese Entscheidung auf Komfort, Energieverbrauch und Systemstabilität auswirkt.
Der Alledio Room Controller (Alledio OEM‑Raumbediengerät / Raumregler) passt sehr gut in diese Rolle. Mit eleganter Glasfront, Touch‑Bedienung, integrierten Sensoren und flexiblen Ein‑/Ausgängen kann er als Raumregler für Stellantriebe in zahlreichen Anwendungen eingesetzt werden: von klassischen VAV‑Antrieben in Büros über thermische Stellantriebe auf Heizkreisverteilern bis hin zu kleinen Klappenantrieben in Hotelzimmern oder Besprechungsräumen.
Im Folgenden wird gezeigt, wie das in der Praxis aussieht – und warum Ihre Stellantriebe einen intelligenteren „Chef“ verdienen.
Von FCUs zu „alles, was einen Stellantrieb hat“
Der bekannteste Anwendungsfall ist der Raumregler für Gebläsekonvektoren (Fan Coil Units, FCUs). Unter der Haube ist dieselbe Hardware jedoch im Kern ein universeller Steuerknoten:
mehrere Analogausgänge (z. B. 0–10 V) für modulierende Stellantriebe,
Digitale Ausgänge für Ein/Aus‑ oder Stufenbetrieb,
integrierte Sensoren für Temperatur, Feuchte, optional CO₂ und Präsenz,
ein Helligkeitssensor, der das Display bei Nacht dezent hält.
Dreht man die Perspektive um, erhält man einen Raumregler für Stellantriebe, der:
Ventile an Fußbodenheizungs‑Verteilern modulieren kann,
Klappen in VAV‑ oder CAV‑Boxen ansteuert,
Mischventile oder Bypass‑Stellantriebe in kleinen Anlagenteilen regelt,
motorisierte Heizkörperventile in hochwertigeren Zonen bedient,
äußere Lamellen oder Fassadenelemente steuert, die in Strategien zur Nutzung von solaren Gewinnen eingebunden sind.
Anstatt für jeden Stellantriebstyp einen speziellen Regler vorzusehen, nutzen Sie eine anpassbare Plattform, bei der Konfiguration und Firmware festlegen, welchen Antrieb sie im jeweiligen Projekt führt. Genau hier wird der OEM‑freundliche Charakter der Plattform interessant.
Typische Szenarien für die Stellantriebsregelung
1. VAV‑Klappen in Büroflächen
In modernen Büros verfügt jede Zone häufig über eine VAV‑Box mit Klappenantrieb. Der Alledio Room Controller kann in diesem Fall:
die Raumtemperatur und den CO₂‑Gehalt messen,
mittels Präsenzdetektion zwischen belegten und unbelegten Zeiten unterscheiden,
ein 0–10‑V‑Steuersignal an den VAV‑Klappenantrieb ausgeben,
optional einen zweiten Analogausgang für ein Reheat‑Ventil in kälteren Klimazonen bereitstellen.
Das Ergebnis ist eine lokale Regelstrategie, die Luftmenge und Temperatur im Griff behält, ohne dass die zentrale Lüftungsanlage (AHU) jede Zone einzeln micromanagen muss. Ist niemand anwesend, kann der Regler die Luftvolumen‑Sollwerte automatisch reduzieren – Energieeinsparung bei gleichzeitig gesundem Mindestluftwechsel.
2. Flächenheizungs‑Verteiler mit thermischen Stellantrieben
Bei Fußbodenheizungen oder Kühl-/Heizdecken kommen an Verteilern häufig kleine thermische Stellantriebe zum Einsatz, die einzelne Heizkreise öffnen und schließen. Ein Raumregler für Stellantriebe kann:
auf Basis der Raumtemperatur und Rückmeldungen aus den Heizkreisen entscheiden, welche Kreise geöffnet werden,
mehrere Ein/Aus‑ oder PWM‑Signale an thermische Stellantriebe ausgeben,
über die Touch‑Bedienung Raum‑Sollwerte, Betriebsarten (Comfort, Eco) und Zeitprogramme einstellen lassen,
den Status jedes Heizkreises anzeigen – hilfreich für Installateure oder Betreiber, wenn „kalte Zonen“ gesucht werden.
Der Raumregler ist damit nicht nur ein schicker Thermostat, sondern ein lokaler Kreismanger, der jedem Stellantrieb Anweisungen anhand der tatsächlichen Raumverhältnisse gibt.
3. Misch‑ und Dreiwegeventile
In kompakten Technikräumen oder lokalen Mischstationen finden sich häufig Dreiwegeventile mit Stellantrieben, die die Mischtemperatur regeln. Der Regler kann:
über externe Fühler Vorlauf‑ und Rücklauftemperaturen überwachen,
mit einer PID‑Regelung den Stellantrieb per 0–10‑V‑Signal positionieren,
Soll‑ und Ist‑Stellgrad über Modbus an ein Gebäudemanagementsystem übertragen,
eine einfache lokale Bedienoberfläche für Sollwerte, Handbetrieb und Wartungsmodi bereitstellen.
Anstelle einer dedizierten Mini‑SPS übernimmt der Raumregler für Stellantriebe damit sowohl die Regelungsschleife als auch die Bedienung in einem Gerät.
4. Fassaden‑ und Beschattungsantriebe
In Gebäuden mit außenliegenden Lamellen oder motorisierten Sonnenschutzsystemen lässt sich die Ansteuerung mit Sonnenstand, Helligkeit und Raumtemperatur verknüpfen. Mithilfe des Helligkeitssensors und interner Logik kann der Regler:
Lamellenantriebe über analoge oder gestufte Signale ansteuern,
Regelung von solaren Gewinnen mit Blendungsbegrenzung und Komfort kombinieren,
dem Nutzer eine einfache Oberfläche anbieten: Offen, Halb, Geschlossen oder Szenen wie Arbeiten und Präsentation.
Der Regler wird so zum lokalen „Fassadenhirn“, das Tageslicht, Blendung und Wärmeentwicklung ausbalanciert.
Warum ein Raumregler für Stellantriebe mehr ist als ein „dummer“ I/O‑Knoten
Theoretisch könnten Stellantriebe direkt auf ein Feld‑I/O‑Modul aufgelegt werden, während das BMS alle Regelungsaufgaben übernimmt. Weshalb sich also die Mühe mit einem Raumregler machen?
Drei Punkte sprechen besonders dafür:
1. Lokale Entscheidungen
Wenn Latenz, Robustheit oder definiertes Fallback‑Verhalten wichtig sind, ist es besser, wenn die Regelungsschleife nah am Stellantrieb angesiedelt ist. Der Regler kann ein sicheres, vorhersehbares Verhalten aufrechterhalten, auch wenn übergeordnete Netzwerke temporär ausfallen.
2. Lokales Feedback und Bedienung
Für Inbetriebnahme, Fehlersuche und Benutzerinteraktion ist ein kleiner Touchscreen auf Raumebene äußerst wertvoll. Messwerte, Stellgrößen und Betriebszustände sind in Echtzeit sichtbar; Tests lassen sich direkt vor Ort durchführen – ohne in jeden Raum einen Laptop tragen zu müssen.
3. Effizientere Ingenieurarbeit
Der Einsatz eines Standardgeräts, das sich per Konfiguration für unterschiedliche Stellantriebs‑Rollen anpassen lässt, vereinfacht Planung und Wartung. Teams müssen nicht fünf verschiedene Regler für fünf sehr ähnliche Aufgaben beherrschen.
Intelligenz plus Integration: Protokolle und Rollen
In der modernen Gebäudeautomation arbeiten Stellantriebe selten isoliert. Ein Raumregler für Stellantriebe muss sich gut in den Rest des Systems einfügen.
Der Regler kann über Modbus mit übergeordneten Systemen oder untergeordneten Feldgeräten kommunizieren.
Er kann als Modbus‑Master oder Modbus‑Slave arbeiten – je nachdem, ob er andere Geräte koordiniert oder lediglich seinen eigenen Status an ein BMS meldet.
Da die Plattform OEM‑friendly ist, kann bei Bedarf auch Unterstützung für proprietäre Protokolle implementiert werden, wenn dies vom Projekt verlangt wird.
So kann dasselbe Gerät sowohl in einer klassischen BMS‑Hierarchie als auch in modernen, edge‑orientierten Architekturen mit verteilter Logik eingesetzt werden.
Zeitprogramme, Szenen und smartere Ansteuerung

Stellantrieben ist die Uhrzeit egal – Gebäuden nicht. Eine Regelungsstrategie wird deutlich klarer, wenn der Raumregler für Stellantriebe Zeitprogramme und Szenenlogik mitbringt:
7‑Tage‑Zeitprogramme mit mehreren Zeitintervallen pro Tag, die Sollwerte und Betriebsarten vorgeben,
Szenen, die mehrere Ausgänge gleichzeitig verändern (z. B. „Meeting startet“ – VAV‑Klappe anpassen, Außenjalousien schließen, Sollwert verändern),
Absenkstrategien, die in ungenutzten Zeiten Ventilöffnungen oder Klappenstellungen reduzieren, bei gleichzeitigem Mindestluftwechsel oder Frostschutz.
Wird diese Logik lokal ausgeführt, bleiben die Stellantriebe reaktionsschnell, während Routine‑Muster nicht die zentrale Leittechnik belasten.
Anpassung: von Datenpunkten bis Branding
Da der Regler als OEM‑friendly Plattform entwickelt wurde, kann er an unterschiedliche Projekte und Marken angepasst werden:
Datenpunktlisten lassen sich fixieren, erweitern oder remappen, sodass das BMS genau die Objekte sieht, die es erwartet.
Proprietäre Abläufe oder Sicherheitsfunktionen können in die Firmware integriert werden, sodass sich der Raumregler für Stellantriebe wie ein nativer Bestandteil der eigenen Produktlinie verhält.
Das visuelle Design ist variabel: Logos, Farbschemata und sogar Glasdruck können an das Corporate Design eines Herstellers oder das Interior‑Konzept eines Gebäudes angepasst werden.
Für den Endnutzer wirkt der Regler wie Ihr eigenes Produkt. Für den Integrator verhält er sich wie ein klar strukturiertes, gut dokumentiertes Automationsgerät. Für Projekte, die eine einheitliche Wandbedienung in Kombination mit Stellantriebsregelung benötigen, bietet die Alledio OEM‑Raumbediengerät‑Plattform die gleiche OEM‑freundliche Anpassbarkeit mit integriertem Touch‑Display.
Praxisbeispiele, in denen sich das lohnt
Sanierung einer Büroetage: Ersatz alter Thermostate und pneumatischer Regelungen durch einen flexiblen Raumregler, der zonenweise VAV‑Klappen, Reheat‑Ventile und belegungsabhängige Strategien steuert.
Boutique‑Hotel: ein Gerät pro Zimmer steuert Fan‑Coil‑Ventile, Frischluft‑Klappenantriebe und Beschattung und bietet Gästen eine klar gebrandete, aufgeräumte Bedienoberfläche.
Labor oder Reinraum: lokale Regelung von Druckhaltungs‑Klappen und modulierenden Ventilen mit präziser Rückmeldung kritischer Werte an das Leitsystem und klaren Alarmmeldungen.
Mischnutzung: Wohn‑, Retail‑ und Büroflächen haben unterschiedliche Strategien für Stellantriebe, das Engineering‑Team nutzt dennoch eine einheitliche Plattform.
In all diesen Fällen sind Stellantriebe nicht länger „dumme Spannungsverbraucher am Leitungsende“, sondern Teil eines lokalen Mikrosystems mit eigener Logik und Feedback.

Warum sich das Gespräch lohnt
Die Einführung eines Raumreglers für Stellantriebe bedeutet weniger „noch ein Gerät“ und mehr eine veränderte Sicht auf lokale Regelung:
Stellantriebe erhalten einen dedizierten Regler mit reichhaltiger Sensorik und benutzerfreundlicher Oberfläche,
Integratoren bekommen eine Standardplattform mit ausreichender Flexibilität für unterschiedliche Spulen, Klappen und Ventile,
Gebäudeeigentümer profitieren von höherem Komfort, besserem Reporting und optisch ansprechender Hardware an der Wand.
Wenn Stellantriebe in Ihren Projekten bislang als einfache Spannungsempfänger am Ende einer langen Steuerkette behandelt werden, ist es möglicherweise Zeit für einen intelligenten lokalen Partner. Ein gut konzipierter Raumregler für Stellantriebe macht aus jeder Zone nicht nur einen „weiteren Endpunkt“, sondern einen kleinen, intelligenten Baustein der Gebäudeautomation – und genau dort beginnt oft wirklich robuste und energieeffiziente Regelung.






