Beim Vergleich des Regio RCX Room Controller mit dem Andivi Alledio Room Controller entscheidet man sich im Grunde zwischen einem sehr leistungsfähigen, feldbusorientierten Klassiker und einer stark vernetzten, OEM‑freundlichen Plattform. Beide können einen modernen Raum vollständig regeln, doch die Alledio Room Unit geht deutlich weiter in Richtung WiFi‑Konnektivität, Cloud‑Integration und Anpassbarkeit, was sie besonders attraktiv für HVAC‑Hersteller und Projekte macht, die mehr wollen als „nur“ einen Raumregler.
Sensorik: gleiche Messwerte, unterschiedliche Philosophie
Auf dem Papier decken sowohl der Regio RCX Room Controller als auch der Alledio Room Controller denselben Kern an Sensorik ab: Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, VOC‑Luftqualität und CO₂ werden von beiden Produktfamilien unterstützt. Die eigentliche Differenz zeigt sich bei der Präsenzdetektion. Der Regio RCX setzt auf PIR‑Bewegungserkennung (passiv‑infrarot), eine bewährte Technologie, die jedoch gelegentlich auf Wärmequellen oder kurzzeitige Bewegungen reagiert und so Fehlalarme auslösen kann. Der Alledio hingegen verwendet radarbasierte Präsenzsensorik, die deutlich präziser arbeitet und wesentlich weniger anfällig für Fehlmeldungen ist, wodurch sie sich ideal für feingranulare Energiestrategien eignet, bei denen es entscheidend ist, ob sich wirklich jemand im Raum aufhält.
Kommunikation: Feldbus‑Veteran vs. Cloud‑Native
In puncto Kommunikation präsentiert sich der Regio RCX Room Controller als gut ausgerüstete Komponente innerhalb klassischer Gebäudeleittechnik (BMS). Er unterstützt EXOline, BACnet und Modbus über RS485 und passt damit hervorragend in traditionelle Gebäudeautomationsprojekte, in denen die gesamte Kommunikation über Feldbus erfolgt. Das ist ideal, wenn die Architektur strikt BMS‑zentriert ist und keine direkte Cloud‑ oder API‑Integration gefordert wird.
Der Alledio Room Controller ist hingegen klar cloudorientiert ausgelegt. Er unterstützt ebenfalls Modbus, ergänzt dies aber um WiFi‑Konnektivität sowie offene Integrationspfade zu proprietären Cloud‑Lösungen, mobilen Apps und Drittplattformen wie Microsoft Azure oder Amazon AWS, typischerweise über MQTT und REST‑APIs. Dadurch wird die Alledio‑Einheit zu einem intelligenten Edge‑Device innerhalb größerer digitaler Ökosysteme. Bluetooth ist beim Regio RCX standardmäßig für die Inbetriebnahme vorgesehen, während es beim Alledio optional ist und OEMs exklusiv für eigene Funktionen zur Verfügung steht.

Ein- und Ausgänge: wie viel Leistung an der Wand?
Beide Geräte verfügen über eine umfangreiche I/O‑Ausstattung, verfolgen jedoch unterschiedliche Flexibilitätskonzepte. Eine typische Variante des Regio RCX Room Controller bietet 2 analoge Ausgänge (AO) und 2 universelle Eingänge (UI) sowie universelle Ausgänge (UO), die je nach Konfiguration als analoge oder digitale Ausgänge arbeiten können. Dies ist ideal für die direkte Ansteuerung von Ventilatoren, Ventilen und weiteren Aktoren unmittelbar vom Wandgerät aus.
Der Alledio Room Controller ist eher wie ein I/O‑Baukasten konzipiert. In einer zum RCX vergleichbaren Konfiguration stellt er 3 analoge Ausgänge (AO) standardmäßig zur Verfügung, was bereits mehr Spielraum für mehrstufige oder modulierende Regelstrategien bietet. Zusätzlich kann er mit 2 weiteren AOs und 2 digitalen Ausgängen (DO) ausgestattet werden, und seine Eingänge lassen sich flexibel als AI, DI oder UI konfigurieren – je nach Projektanforderung oder OEM‑Spezifikation. In der Praxis bedeutet das: Während der Regio RCX ein stabiles, vordefiniertes I/O‑Profil für viele Standard‑Raumanwendungen bereitstellt, lässt sich der Alledio so anpassen, dass die I/O‑Belegung exakt zu vorhandenen Steuerungen oder einer speziellen Projekt‑Topologie passt.
Display und Bedienung: minimalistische Matrix vs. vollwertiges Touch‑Interface
Optisch gehen die beiden Geräte sehr unterschiedliche Wege. Der Regio RCX Room Controller nutzt eine LED‑Matrix mit 25 × 11 Pixeln und drei Tasten (hoch, runter, Menü). Die Benutzeroberfläche ist kompakt und bewusst minimalistisch gehalten. Sie unterstützt automatische und manuelle Helligkeitsregelung; zudem existiert eine Variante ohne Display, die sich anbietet, wenn eine unsichtbare Regelung ohne sichtbares HMI im Raum gewünscht ist.
Der Alledio Room Controller verfolgt einen deutlich ambitionierteren Ansatz mit einem hochwertigen Touch‑Display (480 × 320 Pixel), das von schützendem, fingerabdruckabweisendem Glas bedeckt ist. Anstelle von drei festen Tasten können auf dem Bildschirm praktisch beliebig viele Schaltflächen, Slider und Widgets angezeigt werden – etwa separate Lüfterstufen, Jalousietasten, Szenen, Zeitprogramme oder sogar Service‑ und Wartungsmenüs. Funktional nähert sich die Alledio‑Einheit damit einem kompakten HMI‑Panel an, statt nur ein klassischer Raumregler zu sein – ein großer Vorteil, wenn Hersteller die User Experience mit einer markentypischen Oberfläche differenzieren möchten.

Mechanisches Design und Gehäuse
Aus Installationssicht verwenden sowohl der Regio RCX Room Controller als auch der Alledio Room Controller eine abnehmbare Grundplatte, was die Montage und Verdrahtung deutlich vereinfacht. Das Gehäuse des Regio besteht aus Polycarbonat (PC), ist in Schwarz und Weiß verfügbar und folgt einer klaren, architektonischen Formensprache.
Die Alledio‑Einheit verwendet ein flammbeständiges ABS‑Gehäuse, das auf zukünftig verschärfte Anforderungen – etwa ab 2026 – ausgelegt ist und Projekte damit in puncto Normen und Brandschutz zukunftssicherer macht. Auf der Vorderseite sorgt das Glas mit Anti‑Fingerprint‑Beschichtung für eine hochwertige Haptik und robusten Betrieb bei Touch‑Bedienung. Farbvarianten umfassen Schwarz, Weiß und Silber; im OEM‑Umfeld lässt sich diese Palette bei Bedarf erweitern. Damit besitzt der Alledio‑Regler einen leichten Vorsprung, wenn eine Kombination aus strengeren Brandschutzauflagen und einer modernen, innenarchitektonisch stimmigen Optik gefragt ist.
Inbetriebnahme und Skalierung von Installationen
Der Regio RCX Room Controller wird typischerweise über eine Mobile App via Bluetooth oder über ein PC‑basiertes Konfigurationstool in Betrieb genommen. Das passt gut zu klassischen Gebäudedeployments, bei denen Integratoren jeden Regler einzeln konfigurieren oder Vorlagen innerhalb der herstellereigenen Software verwenden.
Der Alledio Room Controller setzt den Schwerpunkt auf On‑Device‑Konfiguration: Die Einrichtung erfolgt direkt über den Touch‑Screen, ohne App und ohne umfangreiche Handbücher. Der wesentliche Unterschied zeigt sich nach der Konfiguration der ersten Einheit: Diese Konfiguration kann innerhalb weniger Sekunden auf eine ganze Flotte von Geräten übertragen werden – von einem Gerät bis hin zu hunderten oder tausenden – mithilfe eines internen Cloning‑Mechanismus. Für OEMs und große Roll‑outs ist das äußerst wertvoll: Einmal sauber konfigurieren, intensiv testen und anschließend diese geprüfte Konfiguration mit minimalem Aufwand auf jede neue Einheit übertragen – konsistent und zeitsparend.
Benutzerprofile, Berechtigungen und Sperrfunktionen

In Sachen Zugriffsverwaltung stellt der Regio RCX Room Controller zwei Benutzerprofile zur Verfügung: Admin und Gast, ergänzt um eine Gerätesperre. Das deckt typische Anforderungen in Gebäuden ab, in denen die Rollen von Facility‑Management und Nutzern klar getrennt sind.
Der Alledio Room Controller geht hier einen Schritt weiter und bietet drei Benutzerprofile: Admin, Installateur und Gast. So lässt sich genau trennen, welche Funktionen und Menüs ein Installateur sieht (z. B. Verdrahtungs‑Tests und Diagnose), welche ein Administrator (z. B. Sollwertbereiche, Energie‑Strategien) und welche den Gästen zugänglich sind (z. B. einfache Temperatur‑ und Lüfterbedienung). Zusätzlich unterstützt Alledio fein konfigurierbare Sichtbarkeiten pro Profil, mit denen sich exakt festlegen lässt, welche Menüpunkte für welche Rolle einblendbar sind. Zusammen mit einer Sperrfunktion eignet sich der Alledio‑Regler besonders für Hotellerie, Wohnbauten und OEM‑Lösungen, bei denen eine gezielt kuratierte Benutzerführung und der Schutz vor Fehlbedienung im Vordergrund stehen.
Firmware‑Updates, Rollback und Erweiterbarkeit
Firmware ist heute ein entscheidender Faktor, der statische Geräte von dynamischen Plattformen unterscheidet. Der Regio RCX Room Controller kann über eine Mobile App via Bluetooth oder über ein PC‑Tool per serieller oder Netzwerk‑Verbindung aktualisiert werden. Das ist völlig ausreichend, wenn Updates selten erfolgen und ein Vor‑Ort‑Zugang ohnehin erwartet wird.
Der Alledio Room Controller wurde hingegen mit OTA‑Updates (Over‑the‑Air) als Kernfunktion entwickelt. Sobald das Gerät mit WiFi verbunden ist, kann die Firmware remote aktualisiert werden – Fehler lassen sich beheben und neue Funktionen einspielen, ohne Techniker zur Anlage schicken zu müssen. Besonders wichtig: Alledio bietet eine Rollback‑Funktion, sodass sich das Gerät bei unerwartetem Verhalten nach einem Update auf eine vorherige, stabile Version zurücksetzen lässt. Darüber hinaus ist die Plattform bewusst erweiterbar ausgelegt: Zusätzliche Buttons, Slider, Timer, Logikbausteine oder domänenspezifische Funktionen (z. B. für Jalousien, Lichtkreise oder maßgeschneiderte Raum‑Szenen) können nachträglich ergänzt werden. Damit entwickelt sich der Alledio‑Regler zu einer lebendigen Plattform, anstatt eine starre Funktionsbox zu bleiben – ein starkes Argument, wenn der Regler als Teil eines langfristigen Produkt‑Ökosystems verstanden wird.
Sprachen, Dashboards und Sprachassistenten
Der Regio RCX Room Controller ist in erster Linie auf die Bedienung im Raum und die Datenbereitstellung auf BMS‑Ebene ausgerichtet. Im Vergleich dazu positioniert sich der Alledio Room Controller stärker als Knotenpunkt in einer umfassenderen digitalen Service‑Landschaft. Er unterstützt Englisch und ist so aufgebaut, dass weitere Sprachen ergänzt werden können – ein Vorteil bei internationalen Roll‑outs.
Zukünftig ist ein Cloud‑Dashboard geplant, über das sich alle Raumeinheiten überwachen und steuern lassen – quasi ein kleines internes BMS, das speziell diesen Geräten gewidmet ist. Dieses Dashboard soll zwei Ebenen bieten: eine für Endkunden und eine für Installateure oder OEMs, wodurch Mehrwertdienste wie Remote‑Optimierung, Diagnose und Flottenmanagement möglich werden. Zudem ist eine Unterstützung für Sprachassistenten wie Amazon Alexa und Google Assistant vorgesehen, sodass sich der Regler nahtlos in sprachgesteuerte Komfortszenarien integrieren lässt. Für Nutzer und Hersteller, die erwarten, dass Raumgeräte Teil eines Smart‑Home‑ oder Smart‑Building‑Ökosystems sind, spricht diese Roadmap eindeutig für den Alledio‑Ansatz.
Kurze Übersicht
| Aspekt | Regio RCX Room Controller | Andivi Alledio Room Controller |
|---|---|---|
| Sensorik | Temperatur, Feuchte, VOC, CO₂, PIR‑Präsenz | Temperatur, Feuchte, VOC, CO₂, radarbasierte Präsenz (höhere Präzision, weniger Fehlalarme) |
| Kommunikation | RS485 mit EXOline, BACnet, Modbus; Bluetooth für Inbetriebnahme | RS485 mit Modbus; WiFi, MQTT, API‑fähig; optionales Bluetooth; offen für Cloud‑ und App‑Integration; BACnet geplant |
| I/O‑Flexibilität | Feste Mischung: 2 AO, 2 UI plus UO je nach Modell | 3 AO standard; bis zu 2 zusätzliche AO und 2 DO optional; AI/DI/UI‑Kombinationen je nach Bedarf/OEM‑Spezifikation |
| Display & UI | 25 × 11 Pixel LED‑Matrix; 3 Tasten (hoch, runter, Menü); Version ohne Display | 480 × 320 Touch‑Display; schutzbeschichtetes Glas; nahezu unbegrenzte On‑Screen‑Buttons und Widgets |
| Gehäuse & Farben | Polycarbonat; Schwarz, Weiß; abnehmbare Grundplatte | Flammbeständiges ABS (2026‑ready); Glasfront; Schwarz, Weiß, Silber; abnehmbare Grundplatte |
| Inbetriebnahme & Skalierung | App‑ oder PC‑basierte Einrichtung; Konfiguration pro Gerät | Direkte On‑Device‑Konfiguration; Klonen einer fertigen Konfiguration auf bis zu 1000 Geräte in unter einer Minute |
| Benutzerrollen | 2 Profile: Admin, Gast; Gerätesperre | 3 Profile: Admin, Installateur, Gast; individuelle Menü‑Sichtbarkeit pro Rolle; Gerätesperre |
| Firmware‑Lebenszyklus | Updates via App oder PC; kein Rollback | OTA‑Updates über WiFi; Remote‑Upgrades; Rollback‑Funktion; erweiterbarer Funktionsumfang (Buttons, Timer, Logik) |
| Ökosystem & Roadmap | Stark für klassische BMS‑Integration | Geplantes Cloud‑Dashboard; zweistufiger Zugriff (Endkunde/Installateur); geplante Unterstützung für Alexa/Google Assistant; OEM‑orientierte Weiterentwicklung |
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Wann eignet sich welches System am besten?
Der Regio RCX Room Controller ist eine ausgezeichnete Wahl für Projekte, die tief in klassischen BMS‑Architekturen verankert sind, EXOline‑ oder BACnet‑Kompatibilität erfordern und Wert auf eine unauffällige LED‑Matrix‑Bedienoberfläche mit etablierter Konfigurationsmethodik legen. Er ist robust, bewährt und sehr gut geeignet für Büros, Hotels und öffentliche Gebäude, in denen Langzeitstabilität und Feldbus‑Integration im Vordergrund stehen.
Der Andivi Alledio Room Controller hingegen ist die stärkere Option, wenn der Fokus auf vernetzten Produkten, OEM‑Differenzierung und langfristiger Funktionsentwicklung liegt. Seine Kombination aus WiFi‑Konnektivität, offenen Integrationswegen, OTA‑Updates, Rollback‑Funktion, flexibler I/O‑Architektur, anpassbarer Benutzeroberfläche, granularen Benutzerrollen sowie der geplanten Cloud‑Plattform und Sprachintegration macht ihn zu einer echten Plattform statt nur einem Gerät. Wenn Raumregelung Teil eines umfassenderen digitalen Angebots für Hotels, Wohnanlagen, Bürogebäude oder HVAC‑Hersteller sein soll, ist der Alledio Room Controller in der Regel die attraktivere und zukunftssichere Wahl.







