Silikon-Temperaturfühler sind eine zuverlässige und vielseitige Lösung überall dort, wo die Temperatur regelmäßig 100 °C überschreitet, aber in einem Bereich von ungefähr bis 180 °C bleibt. Dies ist ihr zentraler „Sweet Spot“ und ein wesentlicher Vorteil gegenüber klassischen Temperaturfühlern mit PVC‑Kabel.
Flexibel und hitzebeständig bis 180 °C
Das Silikon‑Anschlusskabel behält seine Flexibilität und Isoliereigenschaften auch bei erhöhten Temperaturen, bei denen PVC‑Kabel bereits zu altern und zu verhärten beginnen. Typische PVC‑Kabel sind nur bis etwa 105 °C geeignet, während Silikon den Messbereich sicher auf ungefähr 180 °C erweitert. Dadurch eignen sich Silikonfühler ideal für Heizungsanlagen, die Lüftungs‑ und Klimatechnik (HLK) sowie zahlreiche Industrieprozesse, in denen eine robuste, aber dennoch flexible Temperaturerfassung erforderlich ist.
Silikon widersteht zudem häufigen Temperaturwechseln, wie sie in realen Anlagen mit wiederholtem Aufheizen und Abkühlen üblich sind. Das erhöht die langfristige Stabilität des Fühlers und verringert den Bedarf an Wartung und Austausch.
Zentrale Vorteile von Silikonkabeln bei Temperaturfühlern
Silikon‑isolierte Kabel bieten mehrere entscheidende Vorteile, die sie ideal für anspruchsvolle Temperaturmessaufgaben machen:

Höherer Temperaturbereich – geeignet für den Dauerbetrieb bei erhöhten Temperaturen bis etwa 180 °C, in denen Standard‑PVC‑Kabel nicht mehr zuverlässig arbeiten.
Langfristige Flexibilität – bleiben in einem weiten Temperaturbereich flexibel, was das Verlegen, Biegen und die Montage in engen Räumen und um Rohrleitungen erleichtert.
Bessere Beständigkeit gegen Temperaturwechsel – widerstehen häufigem Aufheizen und Abkühlen, ohne spröde zu werden; das verlängert die Lebensdauer des Fühlers und reduziert Ausfälle.
Zuverlässiger Betrieb in anspruchsvollen Umgebungen – bieten eine stabile elektrische Isolation und mechanische Robustheit in HLK‑, Industrie‑ und Prozessanwendungen mit Wärme, Vibrationen oder mechanischer Belastung.
Typische Anwendungen von Silikonfühlern
Silikon‑Temperaturfühler sind für eine zuverlässige Temperaturmessung in Gasen und Flüssigkeiten in der Gebäudetechnik und im Prozessengineering ausgelegt. Sie werden häufig in Luftkanälen von HLK‑Anlagen eingesetzt, in denen Zu‑ oder Abluft höhere Temperaturen erreichen kann, das Kabel aber dennoch flexibel für Verlegung und Montage bleiben muss.
Ebenso findet man sie in Kesseln, Pufferspeichern und Rohrleitungen von Heizungsanlagen, oft in Kombination mit Tauchhülsen oder Gewindetaschen. In industriellen Umgebungen werden Silikonfühler in Trocknern und Prozessmaschinen eingesetzt, wo erhöhte Temperaturen und mechanische Belastungen Hand in Hand gehen. Auch Labore und Prüfanlagen profitieren davon, da Silikonfühler eine langfristige Beanspruchung durch höhere Temperaturen verkraften, ohne ihre Mess‑genauigkeit zu verlieren.
Aufbau und gängige Ausführungen
Ein typischer Silikon‑Temperaturfühler besteht aus einer Fühlerspitze (in der Regel einer Hülse aus Edelstahl oder Messing) und einem Silikon‑Anschlusskabel, das oft in einer Standardlänge von beispielsweise 2 m geliefert wird. Der Durchmesser der Fühlerspitze ist meist klein (z. B. Ø6 mm), um eine schnelle Reaktion und eine einfache Montage in Hülsen, Kanälen oder kleinen Öffnungen zu ermöglichen.
Je nach Anwendung sind Silikonfühler als Tauchfühler für Rohre und Speicher, als Kanalfühler für Luftmessungen oder als Oberflächenfühler erhältlich, die mit Band oder Schelle an Rohrleitungen befestigt werden. Allen Varianten liegt dasselbe Konzept zugrunde: ein robustes Metallgehäuse des Fühlers, kombiniert mit einem flexiblen Silikonkabel, das Temperatur und mechanische Beanspruchung zuverlässig verkraftet.
Messelemente in Silikon‑Temperaturfühlern
In der Fühlerspitze befindet sich ein ausgewähltes Temperatursensorelement, das entsprechend dem eingesetzten Regelsystem und den Genauigkeitsanforderungen gewählt wird. Sehr verbreitet sind Widerstandsthermometer wie PT100 und PT1000, die durch ihre stabile und gut bekannte Kennlinie überzeugen. Diese können auch in höheren Genauigkeitsklassen, etwa 1/3 DIN, geliefert werden, wenn eine besonders präzise Regelung erforderlich ist.
Für viele HLK‑ und OEM‑Anwendungen kommen außerdem Ni1000‑ oder Ni1000TK5000‑Elemente sowie NTC‑Thermistoren mit unterschiedlichen Nennwiderständen zum Einsatz. In stärker digital ausgerichteten Lösungen können Silikonfühler Halbleiter‑ oder digitale Sensoren wie LM235Z oder DS18B20 aufnehmen. So lässt sich dasselbe mechanische Fühlerdesign mit unterschiedlichen elektrischen Ausgängen kombinieren – je nach Projektanforderung.
Passive, aktive und Modbus‑Ausführungen
Silikon‑Temperaturfühler sind als passive Sensoren erhältlich, bei denen der rohe Widerstand (oder in manchen Fällen die Spannung) direkt vom Regler eingelesen wird. Dies ist die einfachste und in klassischen HLK‑Installationen am weitesten verbreitete Variante. Für längere Leitungswege und einen stärker standardisierten Anschluss wandeln aktive Fühler die Temperatur in ein 0–10‑V‑ bzw. 4–20‑mA‑Signal um.
In der modernen Gebäudeautomation und industriellen Steuerung spielt digitale Kommunikation eine zentrale Rolle. Silikon‑Kabelfühler sind daher auch mit Modbus RTU über RS485 verfügbar, wodurch der Fühler zu einem Feld‑gerät wird, das Messwerte direkt in digitaler Form überträgt. Das reduziert die Komplexität der Verdrahtung und ermöglicht eine unkomplizierte Einbindung in GLT/BMS‑ oder SCADA‑Systeme.
Wann sollte man einen Silikonfühler bis 180 °C wählen?
Ein Fühler mit Silikonkabel ist die optimale Wahl, wenn die erwarteten Temperaturen zwar über 100 °C liegen, aber keine extremen Hochtemperaturbereiche erreichen, für die Spezialkabel erforderlich wären. In einem typischen Portfolio wird PVC für niedrigere Bereiche eingesetzt, Silikon bis etwa 180 °C, während spezielle Hochtemperatur‑Silikon‑ und Glasfaserleitungen noch höhere Temperaturen abdecken. Für die große Mehrheit der Anwendungen in Heizungsanlagen, der Lüftungs‑ und Klimatechnik und der Gebäudetechnik deckt der Standard‑Silikonbereich bis 180 °C alle üblichen Betriebsbedingungen ab. Er bietet ein attraktives Verhältnis von Kosten, mechanischer Robustheit und thermischer Leistungsfähigkeit – ohne die Nachteile der extremsten Hochtemperaturmaterialien.
Die folgende Übersicht typischer Kabelmaterialien und ihrer maximalen Dauertemperaturen zeigt, wo sich Standardsilikon bis 180 °C im Vergleich zu anderen Optionen einordnet:
| Abbildung | Kabelmaterial | Maximale Temperatu | Verfügbare Sensortypen |
|---|---|---|---|
![]() | PVC‑Kabel | bis 105°C | PT100, PT100 1/3DIN, PT 1000, PT1000 1/3DIN, NI1000, NI1000TK5000, NTC 5k / 10k / 20k / Precon / KTY81-210, NTC 1,8 kOhm, LM235Z, DS18B20 |
| Silikonkabel | bis 180°C | PT100, PT100 1/3DIN, PT 1000, PT1000 1/3DIN, NI1000, NI1000TK5000, NTC 5k / 10k / 20k / Precon / KTY81-210, NTC 1,8 kOhm, LM235Z, DS18B20 | |
| Hochtemperatur‑Silikon | bis 260°C | PT100, PT100 1/3DIN, PT 1000, PT1000 1/3DIN, NI1000, NI1000TK5000, NTC 5k / 10k / 20k / Precon / KTY81-210, NTC 1,8 kOhm, LM235Z, DS18B20 | |
![]() | Glasfaserkabel | bis 400°C | PT100, PT100 1/3DIN, PT 1000, PT1000 1/3DIN, NI1000, NI1000TK5000, NTC 5k / 10k / 20k / Precon / KTY81-210, NTC 1,8 kOhm, LM235Z, DS18B20 |
Für die meisten Anwendungen in HLK‑ und gebäudetechnischen Systemen bieten Silikonkabel damit den besten Kompromiss zwischen thermischer Leistungsfähigkeit und Gesamtkosten – ohne die zusätzliche Komplexität der extremen Hochtemperaturlösungen.
Warum Andivi wählen?
Andivi bietet ein umfassendes Sortiment an Temperaturfühlern, darunter Ausführungen mit Silikonkabeln, die bis 180 °C für anspruchsvolle Industrie‑ und HLK‑Anwendungen ausgelegt sind. Das Portfolio umfasst passive Fühler, aktive Temperatursensoren mit 0–10‑V‑ oder 4–20‑mA‑Ausgang sowie Temperatursensoren mit Modbus RTU für eine nahtlose Integration in moderne Automatisierungs‑ und Gebäudeleitsysteme. Kunden können zwischen verschiedenen Sensorelementen, Kabeltypen, Längen, Fühlerdurchmessern und Montagezubehör wählen, um die Lösung exakt an ihre technischen Anforderungen anzupassen.
Für Projektunterstützung, Produktempfehlungen oder kundenspezifische Lösungen kann das Andivi‑Expertenteam bequem über das Online‑Kontaktformular erreicht werden.








